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Apostelgeschichte 7,55-57 / Römer 12,1

Mittwoch 27.12.2017 – STEPHANUSTAG - Apostelgeschichte 7,55-57 / Römer 12,1 – Auf die Prägungen Gottes eingehenThomas Merton MERCHK 229f

Die Lebensbestimmung suchen, indem wir den Willen Gottes suchen und umsetzen, um wie Wachs weich zu bleiben, um von Gott zu seiner Verherrlichung und für die Ewigkeit versiegelt zu werden

Die Orientierung:

Apostelgeschichte 7,55-57 Aber Stephanus war mit dem Heiligen Geist erfüllt und schaute gespannt zum Himmel hinauf. Er sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus an Gottes rechter Seite stehen. 56 "Ich sehe den Himmel offen", sagte er, "und der Menschensohn steht an der rechten Seite Gottes." Da schrien sie laut auf, hielten sich die Ohren zu und stürzten sich miteinander auf ihn. / Römer 12,1 Weil Gott uns solches Erbarmen geschenkt hat, liebe Geschwister, ermahne ich euch nun auch, dass ihr euch mit Leib und Leben Gott als lebendiges und heiliges Opfer zur Verfügung stellt. An solchen Opfern hat er Freude, und das ist der wahre Gottesdienst.  

Seelen sind wie Wachs, das darauf wartet, geprägt zu werden. Von sich aus haben sie keine spezifische Identität. Sie sind dazu bestimmt, in diesem Leben durch Gottes Willen weich gemacht und darauf vorbereitet zu werden, bei ihrem Tod das Siegel ihres eigenen Maßes an Gottähnlichkeit in Christus aufgeprägt zu bekommen. 

Das Wachs das in Gottes Willen weich geworden ist, kann leicht den Stempel seiner Identität, also der ihm bestimmten wahren Eigenheit, aufnehmen. Aber das Wachs, das hart und trocken geworden und ohne Liebe ist, kann die Prägung des Stempels nicht aufnehmen. Wenn der harte Prägestempel auf es drückt, zerfällt es in Brösel. 

Falls wir unser Leben mit dem Versuch verbringen, der Hitze des Feuers zu entkommen, das uns weich machen und darauf vorbereiten soll, dass wir unser wahres Selbst werden, und falls wir versuchen, unsere Substanz davor zu bewahren, im Feuer zu schmelzen – so wird am Ende der Prägestempel auf uns fallen und uns zerschmettern. Wir werden nicht in der Lage sein, unseren eigenen wahren Namen und unser wirkliches Aussehen anzunehmen, und wir werden von dem Ereignis, das gedacht war, uns zu vollenden, vernichtet werden. Thomas Merton aus „Die christliche Kontemplation" Seite 229f 

Ja abba Vater, ich danke Dir für das Feuer in meinem Leben, dass mich gleichzeitig zum Schmelzen bringt, aber auch reinigt. Ich möchte mich weiter aufweichen lassen, heiß werden können, um von Dir einen besonderen Stempel eingedrückt bekommen zu können, der mein Leben in Dir vollendet. Danke für das Beispiel von Stephanus, der sich als Zeuge der Wahrheit hingab, das Feuer nicht scheute und so zum Zeugen aller Zeugen wurde. Ich bringe Dir nun meinen Leib, mein Leben, dass Du es verflüssigen und prägen kannst.