Entschiedenheit in der Nachfolge

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Esther 3,1-4

Montag 15.12.2025 – Der Fokus: Esther 3,1-15 Hamans Anschlag gegen die JudenEsther 3,1-4Entschiedenheit in der Nachfolge - RPI Loccum

Die Konsequenz des Widerstandes gegen eigenmächtiges Verhalten ziehen und erleben, wie Gott es früher oder später bestätigt

Die Orientierung:

Esther 3,1-4 Nach diesen Geschichten machte der König Ahasveros Haman groß, den Sohn Hammedathas, den Agagiter, und erhöhte ihn und setzte seinen Stuhl über alle Fürsten, die bei ihm waren. Und alle Knechte des Königs, die im Tor waren, beugten die Kniee und fielen vor Haman nieder; denn der König hatte es also geboten. Aber Mardochai beugte die Kniee nicht und fiel nicht nieder. Da sprachen des Königs Knechte, die im Tor des Königs waren, zu Mardochai: Warum übertrittst du des Königs Gebot? Und da sie solches täglich zu ihm sagten und er ihnen nicht gehorchte, sagten sie es Haman an, dass sie sähen, ob solch Tun Mardochais bestehen würde; denn er hatte ihnen gesagt, dass er ein Jude wäre. 

Die Bedeutung und Schwere der Entscheidung Esthers gewinnt auf dem Hintergrund der durch Hamann inszenierten lebensgefährlichen Bedrohung des gesamten Judenvolks an außerordentlicher Schärfe. Somit eröffnet das Buch Esther auch einen Einblick in die Grundstrukturen des Antijudaismus. In Mordechais Weigerung, dem königlichen Beamten die ihm gebührende Ehre zu erweisen, legt er die Wurzeln des bis heute aktuellen Antijudaismus blank: "Das Existenzrecht der Juden ist in Frage gestellt worden, seitdem die Juden das Existenzrecht der beliebtesten Symbole der Menschheit in Frage gestellt haben." Zu den Symbolen gehören nicht nur Baalsskulpturen, sondern auch Menschen und Ideologien, die für sich in selbstverherrlichender Weise ein gottgleiches Führer- und Erlösertum beanspruchen.

Ausgelöst wird die für die Juden existentiell so bedrohliche Situation durch Haman. Haman, der Agagiter, erkennt zu Recht, dass Mordechais fehlende Bereitschaft, ihm zu huldigen, mit dessen Religion zu tun hat, so dass seine Rede, die er vor Xerxes hält, ihn nicht nur als einen persönlichen Feind Mordechais kennzeichnet, sondern auch in einer gewissermaßen prototypischen Weise, die bis in die Gegenwart berüchtigten Merkmale antisemitischer Argumentation aufweist:

Die Juden sondern sich ab, ihre Gesetze unterscheiden sich von denen aller anderen Völker, auch die Gesetze des Königs halten sie nicht ein, ihre Vernichtung bringt der Schatzkammer hohen Gewinn. Der machtverliebte, genusssüchtige, aber letztlich doch charakterlich schwache König kann sich der Intrige des rücksichtslosen Karrieristen Haman nicht entziehen und will ihm sogar die Beute überlassen, wenn er die vermeintliche Bedrohung der inneren Sicherheit beseitigt (3,10). Als ihm der König auch noch seinen Siegelring und somit sämtliche Vollmachten überlässt, befindet sich Haman auf dem Höhepunkt seiner Macht. Der Königsrat, den der entscheidungsschwache Xerxes zuletzt in der Angelegenheit um Washti einberufen ließ, ist offensichtlich entmachtet worden. Mordechai selbst bleibt zunächst vergessen und unbelohnt (vgl. die Parallele zur Josephsgeschichte).

Der Erlass, den Haman zur Vernichtung der Juden im Namen des Königs veröffentlichen lässt (3, 13 a-g), ist ein Musterbeispiel antisemitischer Volksverhetzung. Hamans eigentliches Motiv für das Pogrom gegen die Juden wird noch deutlicher, wenn der Erlass zunächst ohne Kenntnis der Autorenschaft bzw. des vorangegangenen Gesprächs zwischen Haman und Xerxes hinsichtlich der Rechtfertigungsgründe für den Pogrom und der (Eigen-)Titulierungen Hamans gelesen wird.

Der Pogrom dient Haman letztlich nur als Vorwand, seinen Machteinfluss auf Xerxes zu stärken und gegenüber dem Volk als Retter vor der jüdischen Gefahr dazustehen. Welche Konsequenzen ein Erfolg Hamans, der sich im Erlass bereits als 'zweiter Vater' bezeichnen lässt, für den König künftig gehabt hätte, ist zu ahnen: Während der Erlass in Susa für große Aufregung sorgt, sitzt der ahnungslose König mit Haman zusammen und trinkt. (3, 15) RPI Loccum


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Markus 6,10+11 / Lukas 9,62

Dienstag 4.2.2025 – Der Fokus: Markus 6,7-13 Die Aussendung der 12 Jünger - Markus 6,10+11 / Lukas 9,62Entschiedenheit in der Nachfolge - Paul Schütz SCHEVA 289

Die Menschen so wahrnehmen, wie sie von Gott gesehen werden und seinen Auftrag sie für das Evangelium zu öffnen und sie damit zu beglücken entschieden umsetzen

Der Lebensstil:

Markus 6,10+11 Und sprach zu ihnen: Wo ihr in ein Haus gehen werdet, da bleibt bis ihr von dannen zieht. Und welche euch nicht aufnehmen noch hören, da geht von dort heraus und schüttelt den Staub von euren Füßen ab, zu einem Zeugnis über sie.

Wo ihr in ein Haus geht, da bleibt. Wo ihr euren Fuß hingesetzt habt, da weicht nicht zurück. Wer die Hand vom Pfug zieht und hinter sich sieht, der taugt nicht. Ihr habt einen festen und gewissen Geist empfangen. Hier gibt es kein Hadern mit sich selbst. Skrupel gehören dem Teufel. Die Zerrissenen taugen hier nicht. Denn ihr seid die Entschiedenen, Ihr seid die, über die entschieden wurde, über die ich entschied, da ich euch berief, euch aussandte und euch gebot. Die Entscheidung tragt ihr vor euch her in die Häuser. Weigert man sich euch, so euch, so geht. Auch den Staub, der von ihnen auf euch fiel, sollt ihr von euch schütteln, 

Und grüßt niemand unterwegs. Lasst euch nicht ablenken, Vertändelt eure Stunden nicht am Weg mit Geschwätz. Sammelt alle Krafte, Geist und Sinne auf das eine Ziel. Lasst alles, was euch nichts angeht, am Wege liegen; wie gut auch immer es sein möge. Lernt, das Kleine klein und das Große groß sein zu lassen. Übt euch in der Absage an alles, was nicht das eine ist, das not tut. In der Stunde der Entscheidung wird vieles Große klein. Übt euch darin, so zu sprechen: Das ist es nicht. Das ist jetzt nicht mehr wichtig. Grüßt niemanden, das heißt, werdet auch unabhängig vom Beifall derer, die euch begegnen, denn sie wissen nicht, was ihr wisst, nämlich das Große vom Kleinen zu scheiden und das Unwichtige zu meiden vor dem Wichtigen. Sie wissen es nicht, deshalb grüßt sie nicht. Tadelt sie aber auch nicht, denn es ist am Weg verlorenes Geschwätz. Paul Schütz aus „Evangelium“ Seite 289