DIE KONTEMPLATION: DER GEHEIMNISVOLLE BAUM - NACH RÖMER 11,16+17

Die Kontemplationen:

Die Kontemplation: Das Gleichnis vom geheimnisvollen Baum zu Römer 11,16+17

Eine Kontemplation von Holger Weiss, inspiriert vom edlen Ölbaum aus dem  Römerbrief  Kapitel 11

Das Geheimnis vom geheimnisvollen Baum

Wir nehmen uns als Zweige eines einzigartigen, wunderbaren Baumes wahr, Wir waren wilde Sprösslinge, wurden ausgewählt, einbezogen und ließen uns abschneiden, Wir wurden dann aufgesteckt und verbunden, zunehmend vertraut, verwachsen wir mit ihm, Wir tragen uns nicht mehr selbst, wir lassen uns von ihm tragen, so können wir schwerelos wachsen, Wir werden nicht zum Stock, sondern verzweigen uns in Nähe und Distanz tastend weiter vor.

Wir können den Baum nicht veredeln, wir lassen uns von ihm veredeln. Wir finden immer Licht, wo auch immer, unsere Blätter verwandeln es um in Energie für ihn. Wir saugen uns mit den Säften des Baumes voll, nähren uns davon und verdunsten sie um uns. Wir lernen einzigartige Blüten zu entfalten und uns gegenseitig zu bestäuben,  Wir bringen mit der Zeit, mehr oder weniger nahrhafte und wohlschmeckende Früchte.

Wir suchen und finden als Zweige gemeinsam, wirksame neue Lebensräume, werden so zu Ästen, Wir werden tragfähig, wenn sich Kräfte bündeln lassen und Gaben sich ergänzen können, Wir spalten nicht, verstehen uns zu verzweigen, lassen uns auf vorbereitete Gestaltungsräume ein. Für besseres Wachstum können wir selbstlos Raum freigeben, aber auch mutig einnehmen. Wir nehmen zunehmend den ganzen Baum wahr, in Beziehung,  finden wir immer die Balance.

Unser Baum entwuchs aus einem Samen, der vor langer Zeit ausgewählt und aufgegangen ist, Er brachte nicht genügend Frucht, wurde radikal beschnitten, um Platz zu machen,  Für den neuen, heiligen Zweig, der sein Leben und ein Beispiel gab, um den Baum zu verewigen. Er ist inzwischen uralt und gesund gewachsen, hat tiefe Wurzeln und ist an Wasserbächen gepflanzt, Aus ihm wuchsen starke Äste und Zweige, sie verbreiteten sich über die ganze Welt.

Der Baum erlebt Drama um Drama, das Wilde treibt - in und um ihn - immer wieder sein Spiel, Stürme und Hitze, Blitz und Donner zeigen auf was krank ist und gesunden soll. Manche Zweige und Äste übernehmen sich, nehmen zu viel Raum ein und fallen auseinander.  Andere flüchten in Symbiose oder Rückzug, finden so keinen Lebensraum und verkümmern, Das sich Veredelnde setzt sich langsam aber sicher immer durch, bildet gesunde Organismen.                                                  

Der Schöpfer des Baumes zeigt durch ihn aller Welt, seine Genialität und Macht, Wer sein Vorgehen wahrnimmt, bekommt Mut, wagt Glauben, der sich erfüllt. Er hält bis zum Ende durch, bis er festlich bestätigt, in Jubel ausbrechen und erkannt wird. Welch eine Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis! Von ihm, durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm, dem Schöpfer, sei die Ehre in Ewigkeit!