Mit Gott als Vater wie Jesus leben
Lukas 15,14-18
Donnerstag 12.3.2026 – Der Fokus: Lukas 15,11-24 Das Gleichnis vom verlorenen Sohn - Lukas 15,14-18 – Mit Gott als Vater wie Jesus leben - Anselm Grün GRÜJAT 52+53
Immer wieder zu unserem Vater und zu unserer Sohnschaft in Christus, zu unserem Selbst zurückkehren, wenn wir uns selbst, unsere Mitte, ja die Wahrnehmung unserer Sohnschaft und unseres Vaters Gott verloren haben
Die Orientierung:
Lukas 15,14-18 Da er nun all das Seine verzehrt hatte, ward eine große Teuerung durch dasselbe ganze Land, und er fing an zu darben. Und ging hin und hängte sich an einen Bürger des Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. Und er begehrte seinen Bauch zu füllen mit Trebern, die die Säue aßen; und niemand gab sie ihm. Da schlug er in sich und sprach: Wie viel Tagelöhner hat mein Vater, die Brot die Fülle haben, und ich verderbe im Hunger! Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir
Mit diesem Gleichnis will Jesus unsere inneren Widerstände zerbrechen, die unser Unbewusstes gegen Umkehr und Vergebung aufgebaut hat. In uns gibt es die Selbstverurteilung, wenn wir einen Fehler gemacht haben. Wir können uns selbst nicht vergeben. Und alle Mahnungen, uns selbst zu vergeben, weil Gott uns vergeben hat, bleiben im Kopf und erreichen uns nicht wirklich. Da braucht es ein Gleichnis. das in der Tiefe unserer Seele, in unserem Unbewussten, eine Wandlung herbeiführt und es uns ermöglicht, uns selbst zu vergeben, Wir werden durch das Gleichnis berührt. Und in diesem Berührtsein brechen die inneren Widerstände gegen die Vergebung uns selbst gegenüber zusammen.
Wenn wir uns selbst verloren haben, dann entwerten wir uns. Wir stellen uns - wie der Sohn im Gleichnis - auf die Stufe der Tagelöhner, der Sklaven. Doch mit dieser Selbstentwertung laufen wir letztlich vor uns selbst davon, wir sind unfähig, zu uns selbst und zu unserem wahren Wesen heimzukehren. Das Gleichnis verwandelt unsere Selbsteinschätzung.
Wir bekommen Mut, zu uns selbst – zum Christus in uns - heimzukehren, ganz gleich wie wir bisher gelebt haben. Unwillkürlich richten wir uns auf.
Mit dem Sohn gewinnen wir unseren Selbstwert wieder. Wir können wieder aufrecht durch das Leben gehen. Wir werfen uns die Vergangenheit nicht vor, sondern leben voller Dankbarkeit in der Gegenwart, weil wir – durch Christus - aus dem Tod zum Leben erstanden sind und uns selbst wiedergefunden haben. Anselm Grün aus !Jesus als Therapeut“ Seite 52+53
Johannes 1,10+11
Freitag 20.1.2023 – Der Fokus: Johannes 1,1-5/9-14/16-18 Das aufleuchtende Licht und die Menschwerdung Gottes – Die Hauskreisstudie - Johannes 1,10+11 – Gott als Vater / Mit Gott als Vater wie Jesus leben / Beten wie Charles de Foucauld - CARDDB 31
Uns vom Leben auf dieser Erde durch Gott, durch seine Gnade und die Kraft seines Geistes berühren lassen, um ihn immer wieder neu in unserer Unreife tiefer als liebevollen und treusorgenden Vater immer faszinierender zu erleben
Die Faszination:
Johannes 1,11+12 Er kam in sein Eigentum, aber sein Volk wollte nichts von ihm wissen. Doch allen, die ihn aufnahmen, die an seinen Namen glaubten, gab er das Recht / die Macht, Kinder Gottes zu werden.
Gott macht mich zu seinem Sohn. Gott bedient sich des Kosmos und der Weltgeschichte, um den göttlichen Bereich meiner Geburt herzustellen. Er modelliert mich und rührt mich an mit den geschaffenen Dingen und weckt mich zum Bewusstsein: manchmal, indem er mich sanft mit seiner Gnade streift, und dann rüttelt er mich sanft mit der Kraft seines Geistes. - Jetzt bin ich noch wie ein Fötus, auf halbem Weg, zwischen meiner Vergangenheit und meiner Zukunft, zwischen den Dingen, die ich kenne, und denen die ich nicht kenne. – Es ist keine bequeme Lage in der ich bin. In der Tat leide ich darunter. Ich leide an Unfertigkeit, Blindheit und Sehnsucht. – Würde mir einer sagen, in dieser Lage müsse ich immer bleiben, so hielte ich das für eine ganz schlechte Nachricht. Es wäre, wie wenn man mir sagen würde: „Du musst immer im Schoß Deiner Mutter bleiben.“ Ich liebe den Schoß meiner Mutter, der mich getragen hat, aber ich habe ihn verlassen, sobald ich konnte. Ich schaue meine Mutter lieber von außen als von innen. Man fühlt sich auf die Länge nicht wohl im Scvhoß eingezwängt , oder wenigstens, man fühlt sich besser, wenn man ausgestiegen ist. Ich muss aus dieser Umhüllung hinaustreten, und auch ihr, ob ihr wollt oder nicht, müsst hinausgehen. Ich sage in meiner Hoffnung: „Morgen ist besser als heute“, weil die Logik Gottes, die Liebe Gottes der mich erschaffen hat, auf das Bessere zielt und nicht auf das Schlechtere, auf das Leben und nicht auf den Tod, auf den Austausch der Liebe und nicht auf die Einsamkeit, auf das Glück und das Leid. Carlo Caretto aus „Denn Du bist mein Vater“ Seite 31f
Das Gebet
Denn Du bist mein Vater von Charles de Foucauld
Mein Vater,
ich überlasse mich dir,
mach mit mir, was dir gefällt.
Was du auch mit mir tun magst, ich danke dir.
Zu allem bin ich bereit,
alles nehme ich an.
Wenn nur dein Wille sich an mir erfüllt
und an allen deinen Geschöpfen,
so ersehne ich weiter nichts, mein Gott.
In deine Hände lege ich meine Seele;
ich gebe sie dir, mein Gott,
mit der ganzen Liebe meines Herzens,
weil ich dich liebe,
und weil diese Liebe mich treibt,
mich dir hinzugeben,
mich in deine Hände zu legen, ohne Maß,
mit einem grenzenlosen Vertrauen;
denn du bist mein Vater.
Mittwoch 6.5.2020 – Die Artikelstudie: „Vom Glück des Loslassens“ – Johannes 3,31-34 – Mit Gott als Vater wie Jesus leben - Kerstin und Ulrich Wendel
In der Fürsorge und in der Übereinstimmung mit Gott wie mit dem eigenen Vater leben, geborgen wie ein Kind, aber auch als Sohn von ihm wie Jesus herausgefordert
Die Faszination:
Johannes 4,31-34 Inzwischen drängten die Jünger Jesus: "Rabbi, iss doch etwas!" 32 Aber Jesus sagte: "Ich lebe von einer Nahrung, die ihr nicht kennt." "Wer hat ihm denn etwas zu essen gebracht?", fragten sich die Jünger. Da erklärte Jesus: "Meine Nahrung ist, dass ich den Willen Gottes tue, der mich gesandt hat, und das Werk vollende, das er mir aufgetragen hat.
Wenn man mich (Ulrich Wendel) fragte, was ich bei Jesus am großartigsten finde und was meine Bewunderung und Anbetung am Stärksten hervorruft, dann würde ich antworten: das Maß, wie sehr Jesus mit seinem Vater verbunden ist, ihm hingegeben ist. - Es macht Jesus zutiefst satt, in Übereinstimmung mit dem Vater zu leben. Wenn er es einmal so richtig krachen lassen will, dann tut er etwas, das dem Gebet „Nicht mein Wille, sondern deiner soll geschehen“ entspricht. Was mich dabei fasziniert: Jesus hat keinerlei Verlustängste. Er fürchtet nicht, sich zu verlieren, wenn er Gott sucht. Er braucht keine heimliche eiserne Reserve – keinen kleinen Sektor, den er zurückbehält, um sich dorthin zurückzuziehen, wenn ihn das Leben nach Gottes Willen vielleicht doch einmal zu viel kosten sollte. Jesus isst sich an Gottes Willen so richtig satt. Kerstin und Ulrich Wendel aus dem Artikel der Zeitschrift Aufatmen Herbst 2019 „Vom Glück des Loslassens“