Ludger Schwienhorst-Schönberger - Ein Weg durch das Leid

Die Bücherstudien

SCHWDL - Ludger Schwienhorst-Schönberger - Ein Weg durch das Leid



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Hiob 42,5 / Psalm 42,3

Montag 19.9.2022 – Der Fokus: Hiob.42,1-6 Hiob erkennt die Weisheit Gottes an und nimmt ihn plötzlich wahr - Hiob 42,5 / Psalm 42,3Das Gebet als Gott schauen - SCHWDL 271 f

Nachdem wir alle Wünsche und Erfahrungen keinen direkten Einfluss mehr uns gegeben haben, ihnen abgestorben sind, unsere Sehnsucht auf die Ebene der Wahrnehmung Gottes lenken und im Schauen von ihm leben 

Die Faszination:

Hiob 42,5 Vom Hörensagen hatte ich von dir gehört, aber nun sehe ich dich mit meinen Augen;

Gott schauen zu wollen, ist das innerste Verlangen der menschlichen Seele- „Wann darf ich kommen und Gottes Antlitz schauen?“ (Psalm 42,3), fragt voll Sehnsucht der Beter des Psalms. Dieses innere Verlangen des Seele wird gewöhnlich durch allerlei Wünsche und Erfahrungen verdeckt. Sind diese Wünsche aber nicht mehr zu erfüllen, bricht alles, was zuvor „wahr“ und wichtig erkannt wurde, allmählich und plötzlich in sich zusammen, dann kann die ursprüngliche Sehnsucht der Seele wieder erklingen. Bisweilen bricht sie auch eruptiv und ungeordnet hervor. Letzteres war bei Hiob der Fall. Die Freunde wollen Hiob beruhigen und ihn in die alten, vertrauten Bahnen lenken. Chen Hiobs Glaubenskrise auf der Ebene des Glaubens zu beheben und ihm die Dinge theologisch zurechtzulegen. Doch Hiob spürt intuitiv, dass er auf dieser Ebene nicht mehr weiterkommt, dass es auf dieser Ebene keine (Er)lösung gibt. Er gibt der inneren Dynamik seines Verlangens nach und wird auf eine neue Ebene gehoben.: vom Glauben zum Schauen. Er ist den Weg gegangen, den der Glaube weist, und wurde dabei überreich beschenkt. R Schwienhorst-Schönberger aus „Ein Weg durch das Leid“ Seite 271 f